Der Tag in Berlin ist vorbei und eigentlich wollte ich sofort etwas schreiben und meine (unsere) Erlebnisse des Tages quasi zu Papier bringen. Aber ich bin zu sehr geschockt und muss das ganze erst einmal verarbeiten. Noch nie habe ich so viele friedliche Demonstranten auf so viele gewaltbereite Polizisten treffen sehen. Keine Ahnung ob die Berliner Polizei vorher noch einen Kurs in Aggressivität erhalten hat. Ich habe auch keine Ahnung wer sie, bevor sie auf die Menschen losgelassen wurden, derart skrupellos eingestellt hatte. Fakt ist, die Mehrzahl der Polizisten war auf Krawall gebürstet und sah sich Demonstranten gegenüber, die im Mittel irgendwo zwischen 45 und 65 Jahre alt waren und nichts anderes wollten, als für ihre Grundrechte auf die Straße zu gehen. Natürlich wird dies und das hat am Abend schon angefangen, gänzlich anders im Mainstream verbreitet. Aber wir waren dabei und wir haben mit eigenen Augen gesehen, was passiert ist. Die Lügen über den Tag haben heute Abend gegipfelt in die Aussage des MDR, in Berlin waren Terroristen unterwegs. Da hat es mir gereicht. Dieses Land ist fertig. Ich kann gar nicht so viel Essen wie ich kotzen möchte.
Aber versuchen wir den Tag etwas chronologisch aufzuarbeiten. Zu Beginn das eigentliche Problem des Tages. Die Demonstrationen wurden verboten. Nicht nur eine, nicht nur die der Querdenker, Nein! Sämtliche Demonstrationen in der Stadt, dabei auch Parteikundgebungen der Partei die Basis und eine Kundgebung der parteilosen Bundestagsabgeordneten. Dies alles wenige Wochen vor der Wahl. Kann sich jeder seine eigenen Gedanken darüber machen. Das ist eines demokratischen Staates unwürdig.
Genauso unwürdig wie das Spiel der Verbote und das Gebaren der Gerichte, bis hin zum Landes- und Bundesverfassungsgericht. Wie tief ist dieser Staat gefallen. Aber um das alles zu verstehen, müsst ihr das folgende Video ansehen. Anwalt Ralf Ludwig und Kollege versuchen zu erklären, warum das Verbot rechtswidrig ist. Ich bin mir sicher, im Nachhinein wird dies auch festgestellt werden. Aber wenn interessiert es dann noch. Dann ist der Tag vorbei. So funktioniert das immer.
Natürlich werden sich jetzt nicht alle das über 50 min. Video ansehen. Obwohl Ralf Ludwig juristische Zusammenhänge wunderbar erklären kann. Ich kann es nur empfehlen. Für alle anderen eine kurze Zusammenfassung:
Im Vorfeld der Demonstrationen wurde eine sogenannte „Vorbeugende Unterlassungserklärung“ von Ralf Ludwig beim Verwaltungsgericht in Berlin eingereicht. Statt darüber zu urteilen, teilte das Gericht mit, es wäre völliger Unsinn diese Unterlassungserklärung einzureichen, da ein Verbot der Demonstration sehr unwahrscheinlich wäre.
Am nächsten Tag werden dann genau diese Verbote ausgesprochen, die am Tag zuvor vom Gericht noch als sehr unwahrscheinlich tituliert worden sind.
Das oberste Gebot in Deutschland ist die Ausübung der Meinungsfreiheit und des Demonstrationsrechts. So war das zumindest bisher in Deutschland. Artikel 5 und 8 des Grundgesetzes müssen umgesetzt werden. Das Demonstrationsrecht ist eines der wesentlichen Bestandteile eines freiheitlich demokratischen Landes. Es ist ein Kontrollrecht der Bürger. Gerade in Zeiten in denen es sehr strittige Entscheidungen der Regierung gibt, muss das Demonstrationsrecht gewahrt bleiben, damit die Bevölkerung ihre Meinung dazu zum Ausdruck bringen kann. Mit einem einfachen, das geht jetzt aber gerade nicht, wegen der Pandemie, ist es damit nicht getan.
Im Grundgesetz ist das Demonstrationsrecht als Teil der Kontrolle der Regierung angelegt und kann nicht verboten werden. Aber genau das ist es jetzt mittlerweile nicht mehr. Es wird zunehmend ausgehöhlt. Die Parteien können im Vorfeld durch Kooperationsgespräche versuchen, die Demonstrationen durchzuführen, aber mittlerweile führt dies zu keinem Ergebnis mehr, außer dem das die Demos trotz allem verboten werden.
In diesem Fall war die Begründung des Verbots folgende:
Die Gerichte begründen die Verbote nun mit Ungehorsam. Weil ihr ungehorsam seid, verbieten wir eure Demonstration. Es wird von den Gerichten gesagt, wenn ihr (Demonstranten) kommt, tragen die Leute auf dem Weg zur Demo keine Masken. Was sie aber auch gar nicht müssen, weil aktuell keine Auflage in Berlin.
Bei der CSD Veranstaltung vor einer Woche in Berlin, gab es als Auflage Maskenpflicht. Nun hat man aber auf vielen Videos und Bilder gesehen, dies wurde von den Teilnehmern nicht so genau genommen. Hier hat aber die Polizei völlig zu Recht eine Verhältnismäßigkeits-Abwägung getroffen. Alle führenden Aerosolforscher und alle Studien in diesem Zusammenhang kommen zu demselben Schluss, eine Ansteckung unter freien Himmel passiert max. im Promillebereich. Corona ist eine Indoor-Erkrankung. Wir haben keine Ansteckungsgefahr im Außenbereich.
Jeder Mensch, der seine Wohnung verlässt und Außenkontakt hat, begibt sich in eine Gefahr. Ob mit oder ohne Corona, d.h. eine Gefährdungslage ist immer gegeben. Jetzt müsste man diese Grundgefahr mit der Infektionsgefahr auf einer Versammlung abwägen. Das würden unabhängige Richter so machen.
Das RKI stuft verschiedene Gefahrenlagen ein. So ist z.B. die Gefahr in Altenheimen oder im privaten Umfeld zu Hause als sehr hoch eingeschätzt. Für Versammlungen unter freien Himmel jedweglicher Art gibt es nicht einmal eine eigene Gefahrenlage. Seit März 2020 ist nicht eine Ansteckung vom RKI bei einer Versammlung dokumentiert worden.
Selbst wenn auf der Straße des 17. Juni also eine Versammlung stattfinden würde und alle Teilnehmer hätte zwar die Auflage Maske zu tragen, würden dies aber nicht tun, wäre die allgemeine Gefahrenlage immer noch unbedenklich. Die Polizei dürfte nur dann einschreiten, wenn eine unmittelbare konkrete Gefahr gegeben wäre. So wurde dies auch beim CSD gehandhabt. Völlig zu Recht.
Das Gericht macht jetzt einen Trick und schaut in die Vergangenheit und vermutet es wird wieder zu Maskenproblemen kommen, weil das in der Vergangenheit auch schon der Fall war. Obwohl in der jetzigen Situation dies kein Problem darstellt. Und das zweite Totschlagargument ist das Vorhandensein der Delta-Variante, was alles andere aushebelt. Das bedenklichste ist allerdings der 3. Trick.
Man sagt, vor einer Woche beim CSD wäre es zwar so gewesen, dass gegen Maskenpflichten verstoßen worden wäre. Das würde aber keinesfalls heißen, dass man diese Woche die Demonstration genehmigen müsste. Hierbei wird aber eine Grenze überschritten. Wo bleibt da die Gleichbehandlung? Es kann nicht sein, dass sich Sachverhalte, die sich bis auf das i-Tüpfelchen gleichen, unterschiedlich behandelt werden.
Das Verbot der Demonstrationen am 01. August 2021 bedeutet nichts anderes, als das die Meinungsfreiheit und die Demonstrationsfreiheit in Deutschland Geschichte sind.
Das ist starker Tobak. Die Demonstrationen in Berlin am 01. August hätten nicht verboten werden dürfen. Trotzdem ist es so passiert und das Oberverwaltungsgericht hat sich dann nicht einmal mehr die Mühe gemacht, das Verbot zu begründen, sondern es einfach ohne Kommentar bestätigt.
Die Bestätigungen des Verbots kamen dann am Samstagabend so spät bei den Verantwortlichen an, dass die Landes- und Bundesverfassungsgerichte sich bereits nicht mehr in der Lage fühlten, Entscheidungen zu treffen. So blieb das Verbot bestehen und alle Demonstranten waren am heutigen Tag nun von den Gerichten zum Abschuss freigegeben. Ein Verbot das nie und immer hätte ausgesprochen werden dürfen. Es gab einfach keine objektiven Begründungen, außer dass man gegen die Regierungsmeinung versuchte zu demonstrieren. Das passte wohl einigen nicht.
Aber die Demonstranten aus ganz Deutschland waren nun einmal in der Stadt, genau wie wir und was hätten wir am Sonntag schon tun sollen. Also sind wir etwas wandern gegangen und haben uns die Stadt angesehen.
Wir liefen von unserem Hotel aus zum Kurfürstendamm und in Richtung Charlottenburg. Als wir die ersten 5-6 km hinter uns hatten ruhten wir uns etwas am Wegesrand aus und sahen unseren Steuergeldern bei der Arbeit zu.
Kurz darauf die nächste Charge
Die Mannschaftswägen der Polizei fuhren in Richtung des Olympischen Platzes. Dort war angeblich eine genehmigte Demo am Laufen. Für uns war dies zu weit. Wir liefen in die entgegengesetzte Richtung zur Siegessäule. Irgendwann würde sich die Demo ohnehin hierher bewegen, das zumindest die Annahme.
An der Siegessäule haben wir uns dann etwas ausgeruht. Wir haben uns hingesetzt und etwas Sightseeing betrieben. Von hier sieht man die Straße des 17. Juni hinunter bis zum Brandenburger Tor.
Wenn man zur Siegessäule in die Mitte des Kreisverkehrs will, muss man eine Unterführung nehmen und erhält beim Treppenaufgang das obige Bild. Man hätte echt vergessen können warum wir hier waren.
Die Siegessäule füllte sich zusehends gegen Mittag mit Leuten . Man erkannte relativ schnell warum die meisten Menschen hier waren. Es waren genau wie wir Menschen, die für ihre Grundrechte auf die Straße wollten. Die wenigsten waren Querdenker, aber die meisten wohl, wie wir, Klardenker. Man kam ins Gespräch miteinander. Die Stimmung war locker und gelöst. Noch war ja nichts passiert.
Über die verschiedenen Kanäle kamen Meldungen über Demonstrationszüge herein. Die Menschenmassen näherten sich immer mehr der Siegessäule und rund um die Siegessäule trafen sich immer mehr Menschen. Die Polizei fuhr anscheinend Runden, weil immer wieder fuhren sie ihre Mannschaftswägen von Ost nach West und von West nach Ost. Irgendwann blieben sie an der Siegessäule stehen und räumten sie. Meiner Frau und mir wurde in relativ barschem Ton von einem vielleicht 20-jähren Polizisten ein Platzverweis erteilt. Warum und wieso wollte er nicht sagen und meine Frau fing auch noch an mit ihm über seine Unhöflichkeit zu diskutieren. Er machte auch einen Rückzieher und meinte, er hätte doch Bitte gesagt. Tja, meine Frau kann ziemlich autoritär auftreten und immerhin haben wir 3 Kinder groß gezogen. Da werden wir uns von so einem Jungen doch nicht anpflaumen lassen.
Die Räumung der Siegessäule funktionierte auch zunächst nicht, da zu wenige Polizisten und zu viele Menschen. Als man von weitem schon sah, dass sich auf der Straße des 17. Juni von Westen her eine Menschenmasse auf den Weg machte, gingen wir ihr entgegen.
Wir sahen zum ersten Mal gewaltbereite Polizisten, die nicht lange fackelten und Menschen, egal welchen Alters, von hinten schubsten, sie zur Seite schmissen und zuschlugen. Eine Menschenjagd habe ich gefilmt. Ein Mann hatte sich einem Mannschaftswagen bei seiner Straßenüberquerung in den Weg gestellt. Daraufhin fuhr der Wagen rechts hin, ca. 4 Beamte stürmten aus dem Auto und verfolgten den Mann in den Tiergarten. Was er so schlimmes getan hatte, war nicht ersichtlich. Ob sie ihn bekommen haben, kann ich auch nichts sagen. Aber die Stimmung wurde hier zunehmend gereizter.
Allerdings ging die Gewalt ausschließlich von der Polizei aus. Die Demonstranten waren friedlich. Natürlich gab es verbale Auseinandersetzungen, aber das muss so ein Polizist schon aushalten, wenn er sich schon in den Dienst einer undemokratischen Sache stellt.
Die Menschen drangen jetzt in Richtung Siegessäule vor und dort wurden sie von Wasserwerfern bereits empfangen. Jetzt muss ich einmal eine Sache los werden. In den Mainstreammedien wird ja der Tag in Berlin geframt ohne Ende. Das MDR spricht von Terroristen, das ZDF will gleich alle Demonstrationen verbieten und die Demonstranten auf eine Stufe mit Gewalttätern stellen. LEUTE!!! Was ist eigentlich los mit euch? Was hat man euch in den Tee getan? Seid ihr alle verrückt geworden?
Hier waren völlig friedliche Menschen auf der Straße. Menschen die für das Grundgesetz und für ihre Grundrechte auf die Straße gingen. Etwas was man uns nie hätte nehmen dürfen. Niemals! Ohne jede Begründung wurden diese Demos verboten. Dieses Verbot wurde von Mainstream nicht einmal aufgegriffen und auf seine Rechtsmäßigkeit hinterfragt. Wer die Menschen sah, wusste sofort hier waren weder Reichsbürger noch Rechtsradikale unterwegs. Wir waren den ganzen Tag in der Stadt. Nicht eine Fahne, nicht einen Menschen haben wir mit solchen Gesinnungen gesehen. Das heißt natürlich nicht, dass sie nicht hier waren. Aber sie haben sich nicht zu erkennen geben. Denkt darüber nach warum. Weil die Mehrheit der Menschen auf der Straße mit diesen Gesinnungen überhaupt nichts anfangen kann.
Die Polizei war von Anfang an auf Krawall gebürstet. Ihr Vorgehen war brutal. Egal gegen wen, egal ob Kinder, egal ob alte Frauen, egal ob alte Männer. Sie haben auf brutalste Weise durchgegriffen. Wie man dieses Vorgehen gutheißen kann, kann ich nicht verstehen. Etwas mehr Sensibilität hätte ich von Polizeibeamten erwartet. Hier war keine Antifa vor Ort. Es waren keine Links- oder Rechtsradikale unterwegs. Es waren Menschen wie du und ich. Aber so wie man in den Wald hineinschreit, so hallt es dann wieder heraus. Die Polizei ging gewaltsam gegen Demonstranten vor und diese wehrten sich, verbal. Die Polizei begründet dies mit den nichtgenehmigten Demonstrationen und die Teilnahme daran war und ist eine Ordnungswidrigkeit. ABER, diese Demo hätte nie verboten werden dürfen. Dies war Willkür und dies kann und darf sich die Bevölkerung nicht gefallen lassen.
Noch ein Wort zur Anzahl der Menschen. In den Medien wird irgendetwas von 5000 - 8000 Menschen gefaselt. Das alles bei über 600 Verhaftungen. Das ist natürlich Bullshit. Entweder stimmen die 600 Verhaftungen nicht oder die 8000 Menschen. Das Verhältnis ist unpassend. Außerdem war die komplette Innnenstadt geflutet mit Menschen. Demos wurden an verschiedenen Stellen abgehalten und überall waren mehr als genug Menschen. Realistischer Weise würde ich von 300 - 500 Tausend Leuten sprechen. Unter den Leuten war der Querschnitt der deutschen Bevölkerung. Ärzte, Unternehmer, Arbeiter, alles was dieses Land zu bieten hat. Wie jetzt Politiker auf die Idee kommen könnten, die Querdenker zu verbieten, ist mir schleierhaft. Es gibt den Querdenker gar nicht. Es gibt diesen Verein oder diese Partei gar nicht. Wie wollt ihr etwas verbieten, was es gar nicht gibt? Mit Querdenken hat man sich einen Begriff genommen unter dem man jetzt alle regierungskritischen Meinungen und regierungskritischen Menschen vereinen will, um sie zu diffamieren. Alleine daran könnte man erkennen, dass etwas nicht stimmt. Was hat die Politik davon Lügen zu verbreiten? Warum machen sie das? Warum bekämpfen sie Andersdenkende auf der Straße? Ohne Argumente, nur mit Gewalt? Was soll das?
Nach der 3. Durchsage der Polizei haben sich dann die Demonstranten auf dem Weg durch den Tiergarten in Richtung Breitscheidplatz gemacht. Dort war mittlerweile eine recht große Demo am Laufen, die sich in Bewegung setzte und durch die Straßen Berlins zog. Hier gab es dann keine, zumindest wir haben keine gesehen, Gewalt. Im Gegenteil hier lief das genauso wie man es sich hätte vorstellen können, und zwar von Anfang an. Die Polizei sicherte die Straßen und beschützte so die Demonstranten. Nicht dass noch ein übereifriger Autofahrer meinte in die Menge fahren zu wollen.
Wohin der Demozug aufbrach war auch nicht klar zu erkennen. Scheinbar zog man in Richtung Brandenburger Tor, was aber aussichtslos war, weil die Polizei die Brücken über den Landwehrkanal abgesperrt hatte. Wobei abgesperrt ist auch nicht ganz richtig, weil wir ohne Probleme durchgelassen wurden. Halt nur nicht der ganze Zug. Irgendwie sogar verständlich.
Gegen 16.30 Uhr verabschiedeten wir uns dann und gingen dann eben in Richtung Brandenburger Tor. Mussten dieses aber relativ weitläufig umlaufen, weil alles komplett abgesperrt war und von der Westseite das Wahrzeichen der Stadt nicht mehr erreicht werden konnte.
Unter den Linden angekommen verzogen wir uns erstmal in das Cafe Einstein. So ein Wandertag in Berlin macht ganz schön müde und wir hatten von hier aus auch noch mindestens 3 km bis zu unserem Hotel. In der Zwischenzeit war auch der Demozug am Gleisdreieckpark angekommen und wurde dort kurzzeitig von der Polizei eingekesselt. Mehr habe ich darüber nicht erfahren. Als wir ca. 1,5 Stunden später am Gleisdreieckpark ankamen, v.a. weil dort unser Hotel stand, war wieder alles relativ ruhig. Nur die Brücken über den Landwehrkanal waren immer noch abgesperrt.
Bereits im Hotel erfuhren wir, dass am Alexanderplatz noch der ein oder andere Auflauf war und dort wohl auch Polizeihunde eingesetzt wurden. Meine Güte, die Masse war friedlich. Das hat jeder sofort gesehen, auch die Polizisten, v.a. die, da doch gut geschult, mussten das gesehen haben. Mit Hunden auf alte Menschen loszugehen und wenn es auch nur angedroht ist…wo ist da die Verhältnismäßigkeit.
Das war unser Tag. Wir waren geschockt. Warum waren die Polizisten so gewaltbereit? Warum haben die Polizisten ohne Anlass Menschen zu Boden geschmissen? Menschen, die sie weder bedroht noch beschimpft hatten. Ich habe Dinge gesehen, die ich nie im Leben zu sehen geglaubt hätte. Nicht in einem freiheitlichen Staat wie der Bundesrepublik Deutschland. Das aber scheint vorbei zu sein.
Trotzdem möchte ich die Gegenseite einmal näher betrachten. Ich habe sehr viele Polizisten gesehen die scheinbare Freude an der Ausübung von Gewalt hatten. Allerdings habe ich viel mehr Polizisten gesehen, in deren Augen so was wie Panik stand. Nicht die Panik vor den Demonstranten, sondern die Panik vor ihren Kollegen und deren Wutanfällen. Ich bin mir sicher, dass die Mehrzahl der eingesetzten Polizisten die Gewaltausbrüche nicht gutheißt. Diese sogar entsetzt zur Kenntnis genommen hat. Aber was sollten sie tun. Es waren sehr viele, sehr junge Polizisten unterwegs. Hätten sie ihre älteren Kollegen in den Rücken fallen sollen? Ein Gewissenskonflikt, den sie an diesem Tag nicht auflösen konnten. Allerdings sollten sie sich fragen, ob das der Grund war zur Polizei zu gehen.
Als ich 15, 16 Jahre alt war, war mein größter Wunsch zur Polizei zu gehen. Ich war schon immer ein Gerechtigkeitsfanatiker. Eine Eigenheit die ich auf meinen ältesten Sohn übertragen habe. Aber niemals wäre meine Intention gewesen auf andere, freiheitsliebende Menschen einzuprügeln. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mehrzahl der Polizisten deswegen diesen Beruf ergriffen haben. Ach ja, ich wurde kein Polizist. Nicht das ich die Aufnahmeprüfung nicht geschafft hätte. Das wahrscheinlich auch nicht, da ich eine angeborene Rot-Grün-Blindheit habe. Meine Eltern hatten anderes mit mir vor und ich war nicht stark genug mich durchzusetzen.
Trotzdem muss man die Bilder der Polizeigewalt zeigen. Sie sind abstoßend und verstörend. Ich jedoch werde diese Filme hier nicht posten. Wer das sehen will, wird im Internet ohne Probleme fündig. Wie sich der Innensenator von Berlin aber anschließend vor die Presse getrauen kann und folgendes von sich lässt, bleibt sein Geheimnis:
Berlins Innensenator Geisel verkündete im Regionalfernsehen nach den Ereignissen des Sonntags, die Polizei habe keinen Moment die Kontrolle über das Geschehen verloren. Im übrigen sei von Seiten der Demonstranten erhebliche Gewalt ausgegangen. Immerhin 60 Polizisten seien verletzt worden und es habe auch Angriffe gegen Unbeteiligte gegeben. Die Polizei habe besonnen und verhältnismäßig reagiert.
Aber Lügen und Betrügen sind wir von unseren Politikern ja mittlerweile bereits gewohnt, deswegen werden solche Aussagen gar nicht mehr ernst genommen. Jeder der dabei war, weiß wie es wirklich war. Ich zeige euch nochmals einen von mir gedrehten Film. Wer in dieser Menge von Leuten Gewalttäter oder nur gewaltbereite Menschen findet, darf sie behalten.
Ich möchte euch gerne einen Kommentar nicht vorenthalten, den ich unter einem recht einseitigen Bericht von welt.de gefunden habe. Er trifft die Sache relativ gut.
Die Berichterstattung über die Demo ist nun kein Ruhmesblatts von Welt. Gemessen an dem, was sonst in Berlin toleriert wird, kann man das Geschehen nur als weitgehend gewaltfrei bezeichnen, Übergriffe der Staatsgewalt ausgenommen. Negative Höhepunkte waren: "Rentnerinnen lieferten sich Rangeleien und Wortgefechte mit der Polizei", "Mitarbeiter eines Corona-Testzentrums wurden im Vorbeigehen aufs Übelste beschimpft". Dass ich nicht lache!
Aber es gibt auch die Verteidiger der Polizei. Diejenigen die der Meinung sind, eine verbotene Demonstration ist eben verboten und dann darf man halt nicht demonstrieren. Das kann man so sehen, dann ist es aber halt keine freiheitliche Demokratie mehr. Nicht jeder will in einer Demokratie leben. Manche mögen es, wenn ihnen Grenzen aufgezeigt werden und sie nicht selbstständig denken müssen. Leider ist mir das nicht vergönnt. Ich mag meine Freiheiten. Ich mag Europa und offene Grenzen innerhalb dieses Europas. Aber es ist nicht zu übersehen, dass genau das in Gefahr ist. Das muss man nicht mögen.
Den Tag möchte ich mit einem Zitat von Voltaire beenden:
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Freiheit und Demokratie geht über alles. Auch und gerade in einer Pandemie. Länder wie Schweden zeigen uns, wie es auch gegangen wäre, ohne unsere Grundrechte einzuschnüren. Warum hat man aber darüber nicht einmal nachgedacht? Warum will man jetzt nicht die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Pandemie nutzen und die Freiheiten wieder herstellen. Warum ist man so verbohrt und will uns auch im Winter weiter gängeln. Im Moment sollten das nur die Nichtgeimpften sein, aber wie schnell werden bei Booster-Impfungen Geimpfte wieder zu Ungeimpften?
Wartet es ab. Warum sollen wir alle Masken bis ins nächste Frühjahr tragen, wo doch durch fast 50 Studien bewiesen ist, diese helfen nicht und sind darüber hinaus schädlich? Warum will die Politik ihre neu gewonnene Macht nicht mehr hergeben? Denkt darüber nach. Die Gesellschaft ist gespalten. Es geht schon lange nicht mehr um Gesundheit. Aber um was es geht, das werden wir irgendwann erfahren. Ich hoffe dann ist es noch nicht zu spät.
Einen Aufruf von Jens Lehrich (Rubikon.info) muss ich euch aber noch zeigen. Bitte hört es euch an. Gebt es weiter, verbreitet es. Es ist wichtig. Niemand soll einmal sagen, wir haben von nichts gewusst. Jeder hatte die Chance davon zu wissen. Wirklich jeder!!!